Ànsproch vum Präsidant Henri SCHERB
Vom Elsässerdeutsch zum Teil auf Deutsch umgeschrieben.
Sehr geehrti Herra un Dàma Volksgewählti,
Sehr geehrti Mìtglìeder un Frìnd vu Heimetsproch un Tràdition,
Sehr geehrta Herr Yves ZEHR, Generàldirakter vu Coop-Elsàss, un Ehrapräsidant vu unsere Generàlversàmmlung,
Es gìbt boll 2 Wàhla ìm gànza Lànd, un die Wähler sowie die Kàndidàte wara ìmmer interessierter oder nervöser!
Unseri Vereinigung Heimetsproch un Tradition ìsch, da Stàtüta noch, parteipolitisch un konfessionel unàbhangig un neutràl.Mìr verteidige unseri Sproch un Kültür, àlso redde mìr do nur vu dam Thema! Kè Wàhlkàmpf ìm Sààl! Däs wìll nìt heissa, dàss mìr kèn Meinung han! Es ìsch kèn Geheimnis wenn ich sàg, dàss mìr diajenigi liawer hàn, wu ìn dr Tàt, un nìt nur mìt scheene Worta, unseri Regionàlsprocha verteidiga un sie mìt àlla Mìttel unterstìtza. Dia wu die Europa Charta vu da Regionàlsprocha unterschriwe un sie àls koschtbàri Schatz betràchta!
Ìn Korsika han sie a Kultur-Politik wu ìm Ràhma vum a Gsetz die Zweisprochigkeit vum Kìndergàrta bis zur Universität organisiert. Die Lehrer wara vum Stààt finànziert so wie 's gànza Schüelwasa. Bis 2012 mien 60% vu de Lehrerposchta zweisprochig sìì, sowie die Klàssa. Die Gewählti vu de «Cullectivita Territuriale di Corsica» bstìmma die Ziel mìt dr Académie de Corse… gemeinsàm! Die "fonctionnaires" schina dert mehr Respakt ze hà fer d’Inwohner! Bi uns benamme sich gewìssi wie zur Koloniàlzitta!
Die Region Elsàss un beidi Departements bezàhle zwei Milliona 700 000 €uro ìn der Académie de Strasbourg fer die zweisprochigi Schüele, die Lehrerüsbìldung, pädagogisches Màterial, usw… Wer ìsch do dr Sìmpel?
Ìn der République de l’Egalité et de la Fraternité gìtt’s àlso zweierlei Bìrjer un Behàndlunga! Ìm Elsàss làuift doch àlles ohne großa Wìderstànd ! Des Gald war besser àglegt àn der «Télé Alsacienne» (oder fàscht Alsacienne !) wu uns de Herr Adrien Zeller àm 19. März 2004 ìn Wissembourg versproche het! Mìr wàrta mìt Schmarza druf! Känna mìr noch drà glàuiwa?
Jetzt, im Johr 2007 han die Korsikàner sowie die Bàska
schon 50% zweischprochigi Maternelles; ìm Owerelsàss 12%, ìm Unterelsàss 8% !
Hìtta morga ìsch a Kundgebung gsìì ìn Barr vu da Eltera
vu da zweischprochiga Collège-Klàssa, wìl sich 's Rektorat weigert der zweischprachig Kursus ìm Lycée vu Barr àlso ìn der „seconde“ widderscht ze fiehra. Dr Recteur wìll die Kìnder uf Molsheim schìcka ìn a Abibac-Sektion wu dam Kursus nìt entschprìcht. Trànsportkoschta un Zittverluscht speela kèn Roll! So Sabotage un Hìnternissa fìndet mr oj ìn àndere Orta wie ìn Seppois- le- Bas oder ìn Ferrette (Pfirt)…
Wàs die Gschìcht vom Elsàss anbelàngt wurd nix dervu gsait ìn unsere Schüala. Vorem«Roi Soleil» han mìr ewerhàuipt kèn Liacht kà, mer sìn ìn dr Dunkelheit vu de Vogese- un Rhinwalder erum getàppt!
Anno 863 ìm Kloschter zu Wissembourg ìsch die ditsch Literàtür un Dìchtung gebora durich die 16 000 Versa vum Mönsch Ottfried vo Weissenburg, ìm Evangelium «der Krist».
Ìm Johr 842 sìnn die Strossburger Eide (les Serments de Strasbourg) gschrìwa wora, ‘s erschta Dokümant ìn romànischer un ditscher Sproch. Dàss der König Chlodwig (Clovis), de erscht Kenig vom Frànka-Reich, e Germàn gsìì ìsch, däs wìssa die Franzosa nìt! Clovis, le «cousin-germain» des Alamans et le père de la France ! Un Germain, un boche, mon Dieu !
Dàss’s Elsàss 's Zentrum vu der Europäisch Kültür ìsch, däs derfa unseri Kinder nìt wìssa! Mìr wella unseri Gschìcht ìn d’Schüel. Dorum han mìr ìn de zwei erschta Nümero vu der Heimet 2007 dr «Appel de Haguenau» vum Pierre Klein un dr «Appel des Artistes, Ecrivains et acteurs culturels d’Alsace» vum André Weckmann veräffentligt. Hunderti vu Unterschrìfta vu Gewählti un Persenlichkeita sìn schon igànga.
Ich komme auf das elsässerdeutsche Fernsehen zurück, denn es ist unentbehrlich, weil es unsere Sprache und Kultur hörbar und sichtbar macht. Das interessiert die Kinder und ergänzt, was sie in der Schule lernen.
Vielleicht gibt es auch eine Lösung mit den Nachbarn in Baden und in der deutschsprachigen Schweiz?
Adrien Zeller, der Präsident der Region Elsass präsidiert jetzt den «Rhein Rat» (Conseil Rhénan) seit Juni 2006.
Die T.N.T. – Technik (Digital) funktioniert per Satellit oder Rechen vom Oktober 2007 an. Wir brauchen jetzt Studios, Programme und Sendungen! Wie weit ist es da? Dieses Fernsehen wäre ein richtiges europäisches Ereignis, ein Bindeglied über den Rhein! Die «Metropolregion Oberrhein» könnte kein besseres Medium haben als ein «Oberrhein-Fernsehen», das alemannisch-fränkisch "schwätzt". Ich hätte einen Vorschlag für die Mitfinanzierung. Könnte der «Crédit Mutuel» sich eventuell mit seiner älteren Schwester, die «Raiffeisenbank» zusammenschließen, um mit der Oberrhein-Region dieses Fernsehen aufzubauen? Bei uns ist der «Crédit Mutuel» schon Aktieninhaber an Regional-Zeitungen sowie am Kabel-Fernsehen «Alsatic», das keine Spur Elsässerdeutsch zeigt! Oder schafft unser Geld gegen unsere Interessen?
Es wäre doch normal und gerecht, wenn das Geld der Elsässer einmal unserer Sprache und Kultur dienen könnte! Oder nicht? Obendrein ist es unsere gemeinsame Sprache am Rhein!
Die elsässischen Handels- und Industriekammern haben einen offenen Brief an die Präsidentschaftskandidaten geschickt. Sie schlagen Alarm, weil der Rückgang unserer Zweisprachigkeit eine richtige Katastrophe fürs Elsass ist. Wir verlieren tausende Arbeitsplätze von Grenzgängern, weil wir unsere Muttersprache nicht mehr besitzen. Seit dem Jahr 2000 über 10.000 Plätze allein im Oberelsass!
Sie schlagen vor, dass die Organisation des Zweisprachigen Unterrichts den Gebietskörperschaften übertragen wird, mit der entsprechenden Staats-Finanzierung natürlich! Denn die «Education Nationale» ist nicht fähig, ihre Aufgabe auszufüllen! Weil sie es nicht will!
Wie es Herr André Klein der ADA (Agence de Développement de l’Alsace) sagt: «In diesem Ministerium herrscht noch der Zentralismus-Geist der Jakobiner». Leider nicht nur da!
Unser Dank geht an diese Persönlichkeiten, die durch ihre Initiative, sich um die Arbeitsplätze, um die Verteidigung und das Weiterleben unserer Doppelkultur sorgen. Wenn unsere Gewählten auch diesen Geist und diese Willenskraft alle zusammen hätten, wären unsere Probleme der Lösung näher!
Am 17. März 2007 in Béziers, waren zwanzigtausend Occitanier auf der Straße für die Verteidigung ihrer Kultur.
Achtung, mit der Unterstützung und der Anwesenheit von dreihundert Gewählten, zweihundert Vereinigungen und fünfhundert Persönlichkeiten, sowie verschiedene Parteien!
Bei uns, am 18.Nowember 2006 in Straßburg, haben ein Dutzend Eltern- und Kulturvereinigungen gegen tausend Personen zusammengebracht. Die Gewählten konnte man auf den Fingern zählen! Fast sowie in der französischen Abgeordneten-Kammer, wenn Gesetze gewählt werden um drei Uhr morgens!
E vollbesetze Sààl (Fotos N. Reppel)
Im Elsass wollen die Herren vorher wissen, wie viel tausend Personen angesagt sind, sonst zeigen sie sich nicht! Wenn sie mehr Mut und Überzeugung hätten, wäre es an den Volksvertretern die Bevölkerung zusammen zu trommeln und ihr beizustehen!
Seit wann laufen die Hirten hinter der Herde her? Seit wann lässt der Hirt seine Schafe im Stich?
Die zweihundert Jahre alte Jakobiner-Ideologie verpestet die Gesinnungen, sterilisiert und verzehrt Frankreich!
Diese «demokratische und zentralisierende Doktrin» (in Larousse) hat Stalin, Mao, Pol-Pot inspiriert. Es ist eine intolerante, totalitäre, Ideologie, jetzt in Seidenstrümpfen oder besser in Netzstrümpfen: sie verführt und fängt gewisse Gewählten und Verantwortlichen mit «Bändele un Päschtele», mit Ehrungsbändern und Posten! Sowie mit dem Gold der Pariser Salons! Eine wahre Geistesperversion. Sie macht allmählich aus jedem «Gefangenen» ein Verräter an seiner Minderheit, an seinem Volk!
Liebe Freunde, wir spielen die Pfeife nicht auf dem letzten Loch! Im Gegenteil, die Elsässer werden immer bewusster von dem, was sie verlieren könnten! Beweise dazu: «E Friehjohr fer unseri Sproch» bringt in diesem Jahr über fünfhundert Ereignisse und Veranstaltungen im Elsass!
Ja die Geschäftswelt, über hundert Unternehmer machen mit. Coop-Elsass hängt zweisprachige Schilder aus. In vielen Gemeinden blühen zweisprachige Strassenschilder und sonstige Benennungen.
Das «Elsässer-Theater» hat noch nie so viel Erfolg gebucht. Die zukünftigen Zuschauer müssen wir aber jetzt ausbilden!
Es liegt an uns liebe Freunde, dass es weiter geht damit unsere Kultur weiter lebt! Ein jeder kann in seinem Kreis fürs Elsässerdeutsch wirken, mit Selbstbewusstsein, mit Mut, mit Überzeugung, mit Freude. So können wir uns überall hören und sehen lassen: auf der Strasse, in den Geschäften, in der Kirche, in der Schule, auf der «Mairie», beim Generalrat, oder beim “Député.“
Wenn wir allen in den Ohren liegen, können sie nicht mehr taub sein!
Wir sind die Ersten und die Besten, aber auch die Einzigen die unsere Seele, unsere Vater- und Muttersprache verteidigen müssen.
Hilf dir selbst dann hilft dir Gott!
Liebe Freunde sie verstehen mich: «Mit seidenen Handschuhen greift man den Leuten, sowie dem Elsass, den Puls nicht!»
Henri Scherb 24. März 2007
