24 juillet 2008

GENERALVERSAMMLUNG 2004



in Selestat - Schlettstàdt (03-04-2004)

Ansproch vum Präsidant Henri SCHERB
vu Elsasserditsch en Standàrdditsch umgschrewa

Liewi Frend,

Schon 20 Johr han mer ein Ziel un ein Ideàl : die Verteidigung un die Ferderung vu unsera elsasserditsch Sproch un Kultur.

Mer han schon alles Megliga gemàcht: Bettschrefta, Manifestationa en Strossburg, Colmar, Melhüsa, Unterschrefta gsàmmelt, Theater gspelt, Vortraj un Stammtesch organisiert, Fierunga en Dorf un Stadt, Salons un Foires, Dechterowa, Radiosandunga sogàr Tele-Sandunga, 10 Johr làng jede Wuch a Elsasser-Stub em College vu Ingersheim, ja sogar Strossasänger en Colmar met der Schnetzelbànk usw.

Liawi Frend, wia Sie sahn, han mer àlli Freiwilligi schon ebbs g'leischtet , en glicher Zitt esch unseri Zittung d'Heimet regelmassig erschiena. Sie, liawi Metglieder, kenna die verschiedene Unterschrefta, d'Nama vu d'r Redaktionsmànnschàft: Schreftsteller, Dechter, Philosopha, Historiker, Profasser un Metglieder vu aller Harkunft wu schon 152 Nummer gschrewa han, oder zämmaglegt un en Stadt un Land üsgetrajt han.

Alla dana Persona, da vergàngena wia da jetziga Komiteemetglieder, sowie alla Heimetsproch Metglieder, besonders Eich liawi Frend, wo emmer so zàhlrich an unseri Generàlversàmmlung komma: a grossa Dànk un vergalt's Gott! Merci vielmol, merci, dàss Ehr àlli kumma sen, von St Louis bis Hàgenau! Net vergassa, em Pris Charles GOLDSTEIN labt der Nàma vu unserem liawa Grender widerscht!

Bei der Eröffnungsfeier vom „Friehjohr für unseri Sproch" in Weißenburg am 19. März 2004, hat Herr Präsident Adrien ZELLER versprochen, wenn er wiedergewählt wird, dass er einen freien Fernsehsender gründen will für die Region Elsass. Es ist soweit! Er muss jetzt Wort halten! Wir warten schon lange darauf. Heimetsproch un Tradition hat sogar im Jahre 1996 ein internationales und interregionales Treffen organisiert für einen „Mundartsender im Rheintal". Diese Arbeit sowie das Projekt, das entstand, habe ich der Region abgegeben, denn das nötige Geld hatten wir nicht aufgebracht.

Wir sind noch mindestens sechs hundert tausend, die „Elsässisch" (Alemannisch und Fränkisch) sprechen und vier hundert tausend, die es nur noch verstehen. Aber diejenigen, die es noch gut sprechen, sind kaum noch die Jüngsten! Unsere Jugend spricht „Elsasserditsch" zwischen 5 bis 7 Prozent, und sie ist unsere Zukunft!

Die gezielte Politik unseres Staates hat es leider so weit fertiggebracht. Mit viel Mühe und Geld haben die „Pariser Brüder" und Enarchen aus geborenen Zweisprachigen Einsprachige gemacht!!! Sie haben uns Elsässer so komplexiert, dass wir uns am Ende selbst verstümmelt haben. Das ist psychologisch raffiniert und pervers geplant worden! Wir Elsässer haben am Syndrom" von Stockholm", am Opfersyndrom gelitten: wir lieben denjenigen, der uns das halbe Gehirn und die halbe Zunge ausschneidet! Wir brauchen ein elsässerdeutsches Fernsehen (ohne Untertitel auf Französisch), weil es die Jugend am besten anzieht und interessiert, auch weil es zu Hause wie in der Schule dienen kann. Zum Beispiel, vor über zehn Jahren hatte Andre WECKMANN ganze Schulprogramme ausgearbeitet für das Fernsehen: eine Viertelstunde Elsässerdeutsch jeden Morgen in der Schulzeit. Seine Arbeit hat er den Behörden übergeben und ... es wurde nichts daraus... trotz Versprechen!

Bei jedem Beamtenwechsel wird wieder alles in Frage gestellt, und zur Seite geschoben! So ist es in jedem offiziellen Amt: in der Schule, bei der Prefektur, am Fernsehen, in den Ministerien ... Wie ist da ein Fortschritt möglich? Eine jede Privatfirma, die nach diesem Modell wirtschaftet, wäre sofort bankrott! Aber wir Steuerhammel zahlen in ein Loch rein, und schlucken ... bis es kracht! Eine Stunde elsässerdeutsche Nachrichten und Reportagen jeden Abend wäre ein Minimum! Vor 1990 hatten wir noch eine halbe Stunde, die jetzt auf sechs Minuten zusammengeschrumpft ist!

Es gäbe doch so viel zu zeigen aus dem Ländle, sowie von den Nachbarn über dem Rhein in unserer gemeinsamen alemannischen und fränkischen Sprache. Wenn wir eine Sprachgrenze aufkommen lassen, wird es dunkel mit dem Zusammenleben in Europa sowie am Rhein . Wie steht es dann mit den Grenzgängern , mit dem Austausch, mit der ganzen Wirtschaft?

Wir haben satt von den Sendungen, wo man immer denselben Krampf sieht auf drei Sendern , mit denselben Köpfen, denselben Themen usw. Wir wollen das Leben im Elsass und im Rheintal sehen. Wir wollen Menschen begegnen, die unsere Sorgen und Freuden besser verstehen, weil wir zusammenleben am Rhein!

Die Schule:

Natürlich , wie wir es schon immer verlangen, muss mehr Deutsch und auch mehr Elsasserditsch in die Schule, damit unsere Kinder deren Sprachenzusammenhang verstehen.

Elsässerdeutsch ist jetzt auch eine Schriftsprache seit diesem Jahr. Mit der Ausgabe von der Charta der„elsässischen" Schrift von der Mannschaft vom Professor Albert HUDLETT ist unsere Sprache stubenrein! Natürlich ist die deutsche Standardsprache das Rückrat vom ganzen System.

Wir sind mit Andre WECKMANN einig, sowie mit Professor Jean PETIT: die zweisprachigen Schulen sind das einzige Mittel, um richtig zweisprachig zu werden- halb französisch- halb deutsch - mit Überbrückung zum Elsässerdeutsch. Da wäre das Fernsehen eine kostbare Hilfe und Mittel! Eine Sprache, die nicht in der Schule aufgenommen und gelehrt wird, ist zum Tode verurteilt.

Wir Elsässer und Mosel-Lothringer sind die letzten, die noch fähig sind, Deutsch zu reden. Das müssen wir auswerten, denn auf dem Arbeitsmarkt werden wir gesucht

Der Senator Jacques LEGENDRE (Nord) beklagt sich im „Rapport du Senat" über die Fremdsprachenarmut in Frankreich. Nur noch 8% der Schüler wählen Deutsch als Erstsprache und 13,5% als Zweitsprache (Siehe Heimet März 2004). Die meisten wählen Englisch , und doch ist Frankreich an letzter Stelle in Europa mit den Kenntnissen in Englisch! Also sind unsere alten Methoden (3Stunden pro Woche) icht mehr angepasst! Zweisprachige Klassen sind bei uns die beste Lösung !

Unsere elsässische Lage:

Warum lernen unsere Kinder noch zu 50%Deutsch im Elsass? Weil sie noch in einem elsässerdeutschen Milieu leben mit Eltern und Großeltern.

Wenn einmal unsere Kinder die Regionalsprache nicht mehr hören, zu Hause wie in der Umwelt, werden sie nicht mehr geneigt sein, Deutsch zu wählen, als der Durchschnitt der anderen Franzosen: also um die 8% ! Es ist doch klar: Deutsch und Elsässerdeutsch sind beide Seiten derselben Medaille. Wenn eine Seite fehlt, ist das ganze Stück entwertet. Diejenigen, die Elsässerdeutsch sprechen, wählen ganz natürlich Deutsch, es ist ja doch nur eine Regionalvariante derselben Sprache. Glaubt jemand, dass die jungen Elsässer Unter sich Deutsch oder Englisch reden werden? Nein, sie reden die Nationalsprache Französisch. So verschwindet unser Elsässerdeutsch und das Standartdeutsch schrumpft ein, wie sonst in Frankreich auf 8% !!! Es gibt nur eine Lösung im Elsass: die beiden deutschen Aussprachen retten!

Unsere elsass-lothringische Gesetzgebung:

Ich hätte noch einen anderen wichtigen Punkt: unsere lokale Gesetzgebung Elsass-Lothringen wird immer wieder angegriffen von hirnwütenden Jakobinern, die uns tanzen lehren möchten! So zum Beispiel in der Forstverwaltung, im Kadaster, in der Schule, auf dem religiösen Gebiet des Konkordats usw.

Unsere lokalen Gesetze sind tolerant und fortschrittlich, wir müssen sie felsenfest verteidigen! Es wäre Zeit, dass wir Elsässer aus unserer Narkose erwachen! Mit unserer kräftigen Unterstützung müssen unsere Gewählten den Weg gehen, den uns Andre WECKMANN mit noch anderen Persönlichkeiten und Vereinigungen vorbereitet haben. Wir müssen dem Licht unserer Wegweiser und Kulturträger folgen, damit wir endlich durch das Rote Meer der Verachtung in das gelobte Land ankommen: von der Freiheit in unseren Sprachen, von der Gleichheit im Respekt, von der Brüderlichkeit in unserer Verschiedenheit. In diesem Sinne schlagen wir einen Antrag vor:

MOTION

Die Generàlversammlung vu der Vereinigung „Heimetsproch un Tradition" verlàngt vu unsera elsassischa Gewählta vum Regionälrät sowie vu beida Generàlràt, dàss sie die Verteidigung un die Beförderung vu unsera elsasserditsch Kultur un Sproch zu einem vu ehra Hauptziel setza:

- fer Tele-Sandunga uf elsasserditsch
- fer mehr zweisprochigi Klàssa
- fer zweisprochigi Strossa- un Ortschàftsschelder -Verteidigung vu unsera lokala Gesetzgebung

Einstemmig àngenomma



L'Assemblée Générale de l'Association „Heimetsproch un Tradition", réunie ce 3 avril 2004 à Sélestat, demande que nos élus alsaciens et spécialement ceux des Conseils Généraux et du Conseil Régional aient parmi leurs principaux objectifs la défense et la promotion de notre langue et culture alsaciennes: -pour des émissions télé en alsacien

- pour plus de classes bilingues
- pour des panneaux de rues et de localités bilingues
- pour la défense de notre "droit local"

Adopté a l'unanimité
v.l.n.r. : Maire M.BAUER? , Präsident H. SCHERB, Präsident P.STRAUB, Professor B. VOGLER, Senator H. GOETSCHY, DDéputé A.HERTH, V. Präsident R. MORGENTHALER (photo N.REPPEL).
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