09 mai 2008

Selbstdarstellung

Français Introduction Anglais

A. Gründung und Entwicklung


Die Vereinigung "Heimetsproch un Tradition" wurde im Jahr 1984 in Schlettstadt (Sélestat) im dortigen "Prälatenhof" gegründet.

Der Gründer Charles Goldstein (1924-1989) versammelte Frauen und Männer die sich zum Ziel setzten unsere Kultur und Regionalsprachen : Elsässerditsch und Lothringerplatt zu erhalten, zu fördern und ihnen einen neuen Aufschwung zu geben. Heute zählt die Vereinigung 3000 Mitglieder und ist so die grösste auf diesem Gebiet im Elsass geworden.

B. Ziele und Wirken


Das Sprachrohr des Vereins ist die Zeitschrift "d'Heimet zwische Rhin und Vogese",die Charles Goldstein schon 1982 herausgab. Darin wird unsere Muttersprache und Kultur verteidigt und dies in drei Sprachen :
- auf Deutsch, der Schriftsprache der elsässischen und lothringischen Mundart
- auf Elsässerditsch (Alemannisch und Fränkisch)
- auf Französisch, der Nationalsprache.

Das Blatt erscheint sechs Mal im Jahr und enthält Stellungnahmen, Vorschläge, Artikel über die Geschichte und das Kulturgut unserer Region, über Volkstheater, über die Mundart-Literatur und-Dichtung, über die Tätigkeit volkskundliche Gruppen usw.....

Eine wichtige Aufgabe ist die Vermehrung der Rundfunk- und Fernsehsendungen, hauptsächlich für die Jugend, um ihr Lust und Freude an der Regionalsprache zu geben.

Mitglieder des Vorstands und der Vereinigung wirken bei "freien" Rundfunksendern zur Gestaltung von kulturellen Sendungen mit, wie Z.B.bei Radio Dreyeckland, Radio Florival u.a.Der Verein ist auch tätig an verschiedenen Dialekt-Stammtischen, wie in Rufach, Schlettstadt, Benfeld...

Jedes Jahr wird eine verdienstvolle Arbeit einer Gruppe oder Persönlichkeit mit dem "Charles Goldstein Preis "aùsgezeichnet.

Die dreitausend Mitglieder-Familien der Vereinigung "Heimetsproch un Tradition" werden aufgerufen die Mundart überall zu benutzen : in der Familie wie im öffentlichen Leben. Sie sollen alle durch ihr Wirken ihren Einfluss auf Gewählte und Behörden ausüben, damit unsere Kultur und Eigenart lebendig bleibt.

Wir intervenieren im Bereich der Schule und verlangen die Gründung zweisprachiger Klassen, vom Kindergarten bis zum Gymnasium. Wir unterstützen die Vereinigung A.B.C.M. Zweisprachigkeit, die speziell in diesem Bereich tätig ist.

Im sprachlichen und kulturellen Gebiet pflegen wir auch grenzüberschreitende und freundschaftliche Zusammenarbeit mit der badischen "Muettersproch -Gsellschaft", der "Europa- Union Münstertal- im Schwarzwald", dem "Alemannenspiegel- Zürich" und dem Verein "Elsass - Freunde Basel".

Wir arbeiten ebenfalls im "Haut Comite" des Senators Henri Goetschy mit, der Dachorganisation aller Kulturvereine aus dem Elsass und aus Lothringen, die mit der Unterstützung der Regional- und Generalräte (Ober- und Unter-Elsass) die Aktionen zur Verteidigung der Sprache und Kultur in Bewegung setzt. Die Sache ist noch nicht ganz im Rollen, aber die Mentalitäten ändern sich langsam...... in unserem zentralistischen Staat.

C . Recht auf die Regionalsprache


Wir machen keine Parteipolitik und sind konfessionell unabhängig.

Wir sind aber der Meinung, dass nur ein Europa der Regionen die nötige Anerkennung und Freiheit geben kann.

Frankreich hat kurz vor der Ratifizierung des Maastrichter-Vertrages die Klausel "die französische Sprache ist die Sprache der Republik" in die Verfassung aufgenommen. Ausserdem will unser Land (bis heute) die europäische Charta der Minderheiten nicht unterschreiben.

Wir verlangen die Achtung unserer Menschenrechte sowie die der anderen Minderheiten, die historisch gesehen schon vor der Gründung des französischen Staates auf dem nationalen Boden lebten.

Frankreich besteht aus verschiedenen Völkern, die verschiedene Sprachen haben. Wir erkennen die Notwendigkeit einer Einheitssprache (Französisch) an. Aber wir verwerfen das Diktat einer einzigen Sprache, die die anderen unterdrückt. Frankreich ist mehrsprachig und multikulturell. Deutsch (Elsässerditsch) ist eine Regionalsprache von Frankreich so wie Flämisch, Bretonisch, Baskisch, Katalonisch, Okzitanisch, Korsisch.

Diese Sprachen sind so ehrbar wie der ehemalige Dialekt der Ile de France, dem es "gelungen" ist sich als Sprache der Kapetinger Könige aufzuzwingen.

Angesicht des totalen Unverständnisses der bisherigen Regierungen und der meisten Parlamentsmitglieder,für unsere Probleme forderen ein föderalistisches Frankreich, in dem das neue Subsidiaritätsprinzip anerkannt und ùmgezetzt wird. Erst dann kann eine wahre Demokratie unsere Freiheiten und Rechte garantieren.

                    Sekretär :                                                                                Präsident :
                Norbert REPPEL                                                                           Henri SCHERB
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